Norwegens schönste Bahnstrecken im Check

Flåmbahn, Bergenbahn & Co... Viel Licht und auch Schatten

Veröffentlicht am: 21. Oktober 2026
Zuletzt inhaltlich geprüft am: 21.10.20262026

Autor: André Detroit

 

 

Das Wichtigste zuerst


Norwegens Eisenbahnen führen durch einige der spektakulärsten Landschaften Europas. Besonders beliebt sind die Flåmbahn, die Bergenbahn und die Raumabahn. Doch nicht alle Züge bieten den Komfort, den Reisende angesichts der teilweise hohen Fahrpreise erwarten.

 

Meine Auswertung aktueller Erfahrungsberichte zeigt: Die häufigsten Beschwerden betreffen verschmutzte Fenster, ältere Wagen, Überfüllung und Zugausfälle. Echte Panoramawagen mit Glasdach sind auf den vorgestellten Strecken nicht der Standard. Große Seitenfenster gibt es dagegen durchaus.

 

Wer hauptsächlich wegen der Landschaft reist, sollte deshalb neben der Strecke vor allem die richtige Sitzplatzseite, den eingesetzten Zugtyp und die Tageszeit beachten.

 

Traumhafte Landschaften – aber wie gut sind Norwegens Züge wirklich?

Ein Zug schlängelt sich durch ein enges Tal. Hunderte Meter über den Gleisen stürzen Wasserfälle von den Felsen, während sich hinter der nächsten Kurve schneebedeckte Berge auftürmen. Die Bilder kennt jeder, der sich schon einmal mit einer Bahnreise durch Norwegen beschäftigt hat. Doch zwischen Werbeversprechen und Reiseerlebnis können erhebliche Unterschiede liegen. Während die Natur nahezu durchweg begeistert, äußern manche Passagiere deutliche Kritik am Zustand der Fahrzeuge und an der Organisation. Ich habe offizielle Angaben der Eisenbahngesellschaften mit öffentlich zugänglichen Erfahrungsberichten verglichen. Dabei unterscheide ich zwischen subjektiven Beschwerden, dokumentierten technischen Problemen und betrieblichen Einschränkungen.

 

Foto: Visit Norway - Frau im Rollstuhl in Oslo

Foto: Njal Svingheim

 

Beste Reisezeit für Norwegens Bahnstrecken: Wann lohnt sich die Fahrt wirklich?

 

Wer Norwegens spektakuläre Bahnstrecken vor allem wegen der Aussicht erleben möchte, sollte seine Reise möglichst zwischen Mai und September planen. Besonders Mai, Juni und Anfang September sind attraktiv: Im Frühjahr beeindrucken schneebedeckte Berge und mächtige Wasserfälle, im Sommer bieten die langen Tage ausgedehnte Landschaftspanoramen. Im frühen Herbst färben sich Wälder und Berghänge, während der touristische Andrang häufig nachlässt.

 

Deutlich kritischer sind November, Dezember und Januar. Rund um die Wintersonnenwende stehen in Bergen beispielsweise nur etwa 5 Stunden und 45 Minuten Tageslicht zur Verfügung. In Narvik herrscht im Dezember sogar Polarnacht, wobei es mittags noch dämmrig werden kann. Wer eine längere Bahnreise bucht, sieht deshalb möglicherweise über weite Strecken nur Dunkelheit.

 

Hinzu kommt das Wetter: Besonders an der Westküste sind Regen, tiefe Wolken und Nebel häufige Begleiter. Im Landesinneren und auf den Hochgebirgsstrecken dominieren dagegen eher Schnee und Frost. Winterreisen können durch verschneite Landschaften faszinieren, bieten jedoch weniger Tageslicht und ein höheres Risiko wetterbedingter Einschränkungen.

 

 

Meine Reisezeit-Empfehlungen im Überblick:

 

Bahnstrecke                                        Beste Reisezeit für Landschaftsblicke

Flåmbahn                                               Mai–Juni, September

Bergenbahn                                           Mai–September, März für Winterlandschaften

Raumabahn                                           Mai–Juni, September

Dovrebahn                                             Juni–September

Nordlandsbahn                                   Juni–August, wegen der besonders langen Tage

Ofotbahn                                                Mai–August, Februar–März für Winterlandschaften

Südlandsbahn                                      Mai–September

 

Eine besondere Alternative für Winterliebhaber sind die Monate Februar und März. Die Tage werden bereits deutlich länger, während in den Gebirgsregionen meist noch winterliche Verhältnisse herrschen. Das kann eine reizvolle Kombination aus verschneiter Landschaft und brauchbaren Lichtverhältnissen ergeben.

 

Mein Tipp: Bei längeren Bahnfahrten im Winter unbedingt den Fahrplan mit den Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten abgleichen. Ein Fensterplatz nützt wenig, wenn die landschaftlich schönsten Streckenabschnitte erst nach Einbruch der Dunkelheit erreicht werden.

 

Übrigens: Schau doch mal in meinen Artikel zur Bergenbahn rein: Hier gehts zur Fahrt mit der Bergenbahn

Foto: Tomas Wangen

 

1. Flåmbahn (Flåmsbana): Norwegens berühmteste Bahnstrecke in der Kritik

 

Route: Flåm – Lunden – Berekvam – Kjosfossen – Vatnahalsen – Myrdal
Strecke: 20 Kilometer Länge. Fahrzeit: etwa 60 Minuten je Richtung

Die Flåmsbana nordöstlich von Bergen verbindet Norwegens Aurlandsfjord mit dem Bergbahnhof Myrdal auf rund 867 Metern Höhe. Zu den Höhepunkten gehören das Flåmsdalen, zahlreiche Tunnel und der mächtige Wasserfall Kjosfossen, an dem ein kurzer Fotostopp vorgesehen ist.

 

Ein Tipp: Die Bahnstrecke liegt an der berühmten und hier ebenfalls beschriebenen Bergenbahn, die Oslo und Bergen befährt. Planen Sie hier gern eine Übernachtung ein, fahren die Flamsbana und fahren am nächsten Tag weiter nach Bergen, von wo aus die meisten Postschiffreisen starten. 

 

Wagen und Sitzplätze: Die klassischen grünen Wagen besitzen Holzelemente, große Seitenfenster und eine nostalgische Inneneinrichtung. Echte Panorama- oder Glaskuppelwagen gibt es nicht.

Reisende empfehlen bei der Bergfahrt häufig die rechte Seite, bei der Talfahrt entsprechend die linke. Allerdings wechseln die besten Ausblicke entlang der Strecke.

 

Flåmsbana: Erfahrungen von Reisenden

 

POSITIV: 

Außergewöhnliche Landschaft, spektakuläre Steigung, Kjosfossen als Fotomotiv, nostalgische Atmosphäre.

 

NEGATIV

Beschwerden über schmutzige Fenster und Wagen, überfüllte Abteile, laute Fahrgeräusche, Gedränge beim Einsteigen und ein teilweise enttäuschendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

 

Mehrere Bewertungen aus 2025 und August 2026 beschreiben die Fahrt als touristisch überlaufen. Einzelne Passagiere bemängeln zudem unangenehme Temperaturen und unzureichende Informationen. Diese Beschwerden sind dokumentiert, belegen aber keinen generell schlechten technischen oder sicherheitsrelevanten Zustand der Bahn.

 

Meine  Einschätzung: Landschaftlich ist die Strecke absolut herausragend, beim Komfort und Zustand der Waggons überzeugen die Leistungen nicht unbedingt. Möglichst eine weniger stark nachgefragte Abfahrten wählen und keine luxuriöse Panoramabahn erwarten oder auf eine umfassende Modernisierung warten. 

Hurtigruten barrierefreie Kabine

Foto: David Gubler

 

2. Bergenbahn (Bergensbanen): Von Oslo über die Hardangervidda nach Bergen

 

Route: Oslo – Drammen – Gol – Geilo – Finse – Myrdal – Voss – Bergen
Strecke: rund 471 Kilometer Fahrzeit: etwa 6,5 bis 7,5 Stunden

 

Die Bergenbahn ist besonders beliebt bei Postschiffreisenden, die nicht nach Bergen fliegen möchten. Denn man kann von Kiel aus mit Color Line über Nacht nach Oslo schippern, dort übernachten, in die Oper gehen und am nächsten Morgen die Bergenbahn  nach Bergen nehmen, von wo aus die meisten Postschiffreisen starten. Die Bergenbahn überquert die Hardangervidda (die größte Hochebene in Europa) und erreicht ihren höchsten Streckenpunkt auf 1.237 Metern. Besonders eindrucksvoll sind die Gebirgslandschaften um Finse und der Abstieg zur besonders bei Sportlern beliebten Kleinstadt Voss, etwa 80km vor Bergen.

 

Wagen und Sitzplätze: Der norwegische Betreiber Vy bietet reguläre Sitzwagen, komfortablere Plus-Bereiche (sehr zu empfehlen), teilweise Privatabteile und Nachtzug-Schlafabteile. Der Plus-Bereich bietet bequemere Sitze, Steckdosen und kostenlose Heißgetränke, aber keinen speziellen Panorama-Glaswagen.

 

Sitzplatztipp: Von Oslo aus in Richtung Bergen bietet vor allem ein Platze in Fahrtrichtung links die beste Aussicht auf das Fjellplateau Hardangervidda. Für die Landschaft Westnorwegens empfiehlt Vy dagegen die rechte Seite.

 

Bergenbahn: Erfahrungen von Reisenden

POSITIV

Eindrucksvolle Hochgebirgslandschaft, vergleichsweise komfortable Langstreckenreise, reservierbare Sitzplätze, Café und verschiedene Komfortklassen.

 

NEGATIV

Es gibt einzelne Beschwerden über deutlich abgenutzte und verschmutzte Wagen (zuletzt August 2026), beschlagene Scheiben, als unbequem empfundene Sitze und erhebliche Verspätungen. Wobei beschlagene Scheiben vor allem in den Wintermonaten ein Thema sind und angesichts der Temperaturunterschiede zwischen Drinnen und draußen kaum zu vermeiden sind.

 

Meine Einschätzung: Die beste Wahl für Postschiff-Reisende, die nicht fliegen wollen und Alle, die Landschaftsgenuss mit einer sinnvollen Verbindung zwischen zwei großen Städten kombinieren möchten.

Barrierefreie Aussenkabine Havila

Foto: Simo Räsänen

 

3. Raumabahn (Raumabanen): Eine der schönsten Bahnstrecken Europas

 

Route: Dombås – Bjorli – Verma – Åndalsnes
Strecke: 115 Kilometer Fahrzeit: etwa 1,5 bis knapp 2 Stunden

Die Raumabahn führt durch das dramatische Romsdalen. Romsdalen ist ein rund 60 Kilometer langes Gebirgstal in Westnorwegen. Besonders sehenswert sind die steinerne Kyllingbrücke, der Vermafossen und die nahezu senkrechte Felswand Trollveggen mit etwa 1,8 Kilometern Höhe. 

 

Wagen und Sitzplätze: Die regulären Züge besitzen große Seitenfenster, die der Streckenbetreiber SJ ausdrücklich als Panoramafenster beschreibt. Zusätzlich wird mit dem „Golden Train“ eine gesonderte touristische Fahrt angeboten.

Eine durchgehend beste Sitzplatzseite gibt es wegen der Streckenführung und beidseitigen Sehenswürdigkeiten nicht. Für Hin- und Rückfahrt empfehlen sich wechselnde Seiten.

 

Raumabahn: Erfahrungen von Reisenden

 

POSITIV

Besonders dramatische Berglandschaft, große Fenster, eindrucksvolle Brücken und Wasserfälle, informative touristische Fahrten. Beidseitig gibt es sehr viele Highlights entlang der Strecke, so dass es keine "beste Seite" gibt.

 

NEGATIV

Beim Golden Train wurden kurzfristige Stornierungen wegen nicht verfügbarer Wagen kritisiert. Manche Reisende empfanden den Aufenthalt in Bjorli als wenig interessant. Im Sommer 2025 und 2026 berichteten Kunden des Golden Train über kurzfristig abgesagte Buchungen.

 

Meine Einschätzung: Eine besonders lohnende Alternative zur Flåmbahn, vor allem für Naturfotografen. Den regulären Linienzug und touristischen Sonderzug (Golden Train) bei der Buchung unterscheiden!

barrierefreie Kabine Color Line Schiff

Foto: Norske Tog

 

4. Dovrebahn (Dovrebanen): Durch das Reich der Moschusochsen

 

Route: Oslo – Lillehammer – Otta – Dombås – Hjerkinn – Oppdal – Trondheim
Strecke: rund 485 Kilometer Fahrzeit: etwa 6,5 bis 7 Stunden

Die Dovrebahn verbindet Trondheim und Norwegens Hauptstadt Oslo durch das Gudbrandsdalen und über das Dovrefjell. Zu den reizvollsten Abschnitten gehören die Hochgebirgslandschaft um Hjerkinn und die Umgebung des Nationalparks Dovrefjell-Sunndalsfjella. Mit etwas Glück lassen sich sogar Moschusochsen in der Ferne entdecken. Die Strecke wird oft von Postschiffreisenden genutzt, die in Trondheim morgens aussteigen und die Dovrebahn nach Oslo nutzen, um von dort nach Hause zu fliegen. Praktischerweise hält der Zug am Lufthavn Oslo.

 

Wagen und Sitzplätze: Der Netzbetreiber SJ Norge bietet Standard, Premium, Premium Pluss mit komfortablen Liegesesseln sowie Schlafabteile im Nachtzug. Echte Panoramawagen sind nicht vorgesehen.

 

Dovrebahn: Erfahrungen von Reisenden

POSITIV

Abwechslungsreiche Landschaft, guter Langstreckenkomfort in höheren Kategorien, Schlafmöglichkeiten und Verpflegung.

 

NEGATIV

Streckenunterbrechungen, Ersatzbusse und wetterbedingte Beeinträchtigungen. Besonders Anschlüsse können darunter leiden.

 

Meine Einschätzung: Empfehlenswert als entspannte Tagesreise. Wer weiter nach Åndalsnes möchte, kann in Dombås zur Raumabahn wechseln.

Barrierefreie Innenkabine Stena Germanica

Foto: Kolbkorr 

 

 

5. Nordlandsbahn (Nordlandsbanen): Mit dem Zug über den Polarkreis

Route: Trondheim – Steinkjer – Mosjøen – Mo i Rana – Saltfjellet – Fauske – Bodø
Strecke: 729 Kilometer | Fahrzeit: planmäßig etwa 10 Stunden

 

Die Nordlandbahn ist die längste zusammenhängende Bahnreise Norwegens. Die abwechslungsreiche und anspruchsvolle Fahrt  führt durch Wälder, Täler und das Saltfjellet und sogar über den Polarkreis. Zu den Highlights der Reise gehören das Helgeland und die spektakulären Bergregionen Nordlands.

 

Wagen und Sitzplätze: Reguläre Fernverkehrswagen sowie auf bestimmten Abfahrten Premium-Pluss-Liegesessel. Ein spezieller Panoramawagen gehört nicht zum regulären Angebot.

 

Wichtig für die Reiseplanung: Der Nachtzugverkehr ist derzeit ausgesetzt (Stand Oktober 2026). Laut Mitteilung des Streckenbetreibers SJ vom 16. Oktober 2026 ist eine Wiederaufnahme frühestens Mitte Januar 2027 vorgesehen.

 

Nordlandsbahn: Erfahrungen von Reisenden

 

POSITIV

Weite, abwechslungsreiche Landschaft, Polarkreisüberquerung, arktische Natur und lange Sommertage.

 

NEGATIV

Es gibt aktuell erhebliche Beschwerden über Zugausfälle, lange Ersatzbusfahrten, fehlenden Komfort sowie Probleme mit Toiletten und Bordversorgung. Eine umfassende Sanierung ist nicht bekannt. In einer Bewertung vom März 2026 wird beispielsweise ein sechsstündiger Ersatzbusabschnitt mit mangelhaftem Sitzkomfort beschrieben.

 

Meine Einschätzung: Eine faszinierende Reise, die derzeit besonders sorgfältig geplant werden muss. Entscheidend ist, ob die gewünschte Verbindung tatsächlich vollständig auf der Schiene durchgeführt wird. Am besten bis Frühling 2027 warten. 

Mann im Rollstuhl in Norwegen

Foto: Andreas Westheimer

 

7. Südlandsbahn (Sørlandsbanen): Die unterschätzte Route nach Stavanger

 

Route: Oslo – Drammen – Kongsberg – Bø – Nelaug – Kristiansand – Egersund – Stavanger
Fahrzeit: etwa 8 Stunden

 

Die Südlandsbahn ist Abenteuer pur und nichts für Umweltfreunde. Denn auf der 528 Kilometer langen Bahnstrecke kommen mangels Elektrifizierung noch schwere Dieselloks zum Einsatz. Die Strecke verläuft von der Landeshauptstadt Oslo durch ewig lange Täler und durch das Landesinnere Norwegens über Stavanger.  Erst im westlichen Abschnitt, besonders zwischen Egersund und Stavanger, öffnet sich die Landschaft zunehmend zur Küste mit nicht minder aufregenden Fotomotiven. 

 

Wagen und Sitzplätze: Der Netzbetreiber Go-Ahead bietet Standard- und Ekstra-Sitze sowie auf ausgewählten Verbindungen Hvile-Liegesessel. Der Nachtzug verfügt über Zweibett-Schlafabteile. Einen besonderen Panorama-Glaswagen für freien Ausblick gibt es nicht.

 

Südlandsbahn: Erfahrungen von Reisenden

 

POSITIV

Ruhige Naturstrecken, interessante Küstenabschnitte, Schlafabteile und verschiedene Komfortangebote.

 

NEGATIV

Immer wieder werden Probleme mit älteren Fahrzeugen, technischen Defekten, Verspätungen, Ausfällen und Ersatzfahrzeugen mit geringerem Komfort bemängelt.  Die norwegische Eisenbahndirektion bestätigte im Februar 2026 erhebliche Betriebsprobleme. 

 

Meine Einschätzung: Eine reizvolle Alternative zum Inlandsflug, momentan aber mit erhöhtem Planungsrisiko.

 

 

Fazit: Welche Bahnreise durch Norwegen lohnt sich besonders?

Für eine ausgedehnte Bahnreise  ist vor allem die Bergenbahn schon wegen der idealen Verbindung zum Postschiffreisen-Startpunkt Bergen empfehlenswert. Wer auf einer kürzeren Fahrt besonders dramatische Berglandschaften erleben möchte, sollte die Raumabahn in Betracht ziehen. Die Flåmbahn bleibt trotz wiederholter Beschwerden ein absolut herausragendes Landschaftserlebnis mit unzähligen Fotomotiven. Allerdings sollten Reisende ihre Erwartungen an Komfort und Ruhe realistisch halten. Die Nordlandsbahn und die Südlandsbahn bietendurchaus bemerkenswerte Reiseerlebnisse, hat aber auch einige Probleme, die wohl noch eine ganze Weile bestehen werden. 

 

Übrigens sind die meisten Strecken auch für Rollstuhlfahrer und Rollatoren vorbereitet. Dies gilt auch für Schiffsreisen in Skandinavien. Lesen Sie hier meinen Artikel

 

Mein Rat: Nicht nur die landschaftlich schönste Strecke buchen, sondern nachfragen, welcher Zug tatsächlich eingesetzt wird. Ein gutes Reisebüro berücksichtigt genau diese Details – einschließlich Anschlüssen, Sitzplätzen und möglichen Alternativen.

 

Quellen und Methodik

Für diesen Beitrag habe ich offizielle Strecken- und Ausstattungsinformationen der Betreiber Vy, SJ Norge und Go-Ahead beziehungsweise des Fahrzeughalters Norske tog, Mitteilungen der norwegischen Eisenbahndirektion und touristische Informationen von Visit Norway und Visit Narvik ausgewertet. Für die Recherche wurde auch KI eingesetzt. 

 

Die Passagierbewertungen stammen vor allem von Tripadvisor und umfassen ausgewählte Erfahrungsberichte aus 2025 und 2026 sowie ergänzend ältere Berichte.

 

Wichtiger Hinweis: Die Positiv-Negativ-Tabellen stellen eine qualitative Zusammenfassung dokumentierter Rückmeldungen dar, keine repräsentative Kundenzufriedenheitsstudie. Einzelne Beschwerden sind nicht automatisch auf alle Wagen oder Abfahrten übertragbar. Betriebszustände und Fahrzeugausstattung können sich kurzfristig ändern.

 

Aktuelle Fahrpläne und Änderungen: Entur – Norwegens Reiseplaner, Vy, SJ Norge.

 

 

 

 

Über den Autor Andre Detroit 

 

Andre Detroit beschäftigt sich beruflich und redaktionell mit Reisen nach Skandinavien und in die Polarregionen.

Seine thematischen Schwerpunkte sind:

  • Norwegen
  • Schweden
  • Finnland
  • Island
  • Grönland
  • Spitzbergen
  • Polarlichtreisen
  • Arktis
  • Expeditionsreisen
  • Antarktis

Bei Nordic Team Travel verbindet er Reiseberatung und praktische Erfahrungen aus dem Tourismus mit redaktioneller Recherche.

Seine Fachbeiträge beschäftigen sich insbesondere mit der Frage, wie sich Reiseziele und Reiseangebote jenseits klassischer Werbeaussagen realistisch beurteilen lassen.

 

Autor: Andre Detroit
Redaktion: Nordic Team Travel
Stand: 21.10. 2026

Foto: Trond Blomie / H@r@ld

 

6. Ofotbahn (Ofotbanen): Arktische Bahnreise ab Narvik

 

Route: Narvik – Rombak – Katterat – Søsterbekk – Bjørnfjell – schwedische Grenze
Strecke: rund 43 Kilometer auf norwegischer Seite

 

Die Ofotbahn wurde 1902 ursprünglich für den Eisenerztransport eröffnet. Heute gehört sie mit ihrer Aussicht auf den Rombaksfjord, steilen Berghängen und historischen Brücken zu den eindrucksvollen Bahnstrecken Nordnorwegens. Sie führt vom arktischen Hafen Narvik  bis zur schwedischen Grenze bei Riksgränsen und von dort aus als Erztransport weiter nach Lulea und Kiruna.

 

Wagen und Sitzplätze: Der touristische Arctic Train bietet normale Sitzwagen mit Aussichtsfenstern, jedoch keine garantierten Panoramaeinzelplätze. Von Narvik bergwärts sollten Sie möglichst früh in Fahrtrichtung links reservieren, um den Fjordblick genießen zu können.

 

Ofotbahn: Erfahrungen von Reisenden

 

POSITIV

Spektakulärer Fjordblick, interessante Eisenbahngeschichte, arktische Berglandschaft und kurze Ausflugsdauer.

 

NEGATIV

Beschwerden über ungünstige Sitzplätze ohne freie Fenstersicht, teilweise Überfüllung, hohe Preise und enttäuschende Fotomöglichkeiten. Ein Reisender beklagte 2025, statt der versprochenen Aussicht lediglich auf eine Wandverkleidung geblickt zu haben. 

 

Meine Einschätzung: Besonders attraktiv als Landausflug bei einem Aufenthalt in Narvik. Bei der Buchung unbedingt nach Fensterplätzen fragen.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.